Exkurs frühkindliche Reflexe

Kurze Erläuterung

"Vorgeburtlich und in den ersten Lebensmonaten bewegt sich das Kind vorwiegend mit Hilfe sogenannter frühkindlicher oder primitiver Reflexe (stereotyp, immer gleich ablaufende Bewegungsmuster, die durch Wahrnehmungsreize ausgelöst werden).
Bereits im Mutterleib unterstützen frühkindliche Reflexe das Ungeborene dabei, Fortschritte in der Entwicklung der Motorik (Bewegung) und Sensorik (Wahrnehmung) zu machen. Auch in den ersten Lebensmonaten bewegt sich das Kind vorwiegend mit Hilfe von frühkindlichen Reflexen.
Jeder einzelne der frühkindlichen Reflexe hat eine bestimmte Aufgabe, die in der Entwicklung des Menschen vorgesehen und bildet die Grundlage für spätere bewusst gesteuerte Fertigkeiten. Wenn die frühkindlichen Reflexe ihre Aufgabe erfüllt haben, übernehmen höhere Zentren im Gehirn die Steuerung. Sie hemmen und kontrollieren die primitiven Reflexe, verfeinern und koordinieren die gesteuerten Bewegungen.
Bleiben die frühkindlichen Bewegungsmuster über ihren Zeitpunkt hinaus aktiv, spricht die Pädagogik von unreifer motorischer Entwicklung.
Diese Restreaktionen frühkindlicher Bewegungsmuster/Reflexe können Auffälligkeiten im Wahrnehmungs – und Bewegungsbereich, Schwierigkeiten beim Lernen, Unreifen im Emotional – und Sozialbereich sowie im Bereich der Sprache und des Sprechens begünstigen."

 

Quelle: Dorothea Beigel: Kinder im Gleichgewicht (KIG+). Verlag modernes lernen, 2019, S.25


Da Restbestände dieser frühkindlichen Reflexe oft eine Ursache für Lernstörungen darstellen, ist es mir wichtig diese frühzeitig festzustellen und ggfs. zu therapieren.